Pantoum

Ein Pantoum schreiben

Mit dieser Art kann meditativ ein Gedicht verfasst werden. Das hat mir so viel Spaß gemacht, deshalb möchte ich es weitergeben. Keine Scheu: Es braucht dafür kein schriftstellerisches Talent.

Soviel ich weiß, ist das Pantoum eine Gedichtform der tibetischen Mönche, die sie als meditative Selbsterforschung nutzten. Erste schriftliche Stücke lassen sich ab dem 15. Jahrhundert in den malaiischen Annalen finden.

Diese poetische Form besteht aus zwanzig Zeilen, wobei nach gewissen Regeln die Zeilen wiederholt werden. Es ist die Essenz des Augenblicks, die in diesen Zeilen zählt. 

Am besten du grübelst nicht lange nach, sondern schreibst das auf, was dir in den Sinn kommt. So können unbewusste Gefühle oder Gedanken an die Oberfläche kommen, was ich sehr spannend finde.  Das merkt man dann beim Nachlesen.

So schreibst du dein eigenes Pantoum:

Für eine Pantoum wählst du zuerst ein Thema für das Gedicht, etwas, was dich jetzt beschäftigt als Kernaussage. Danach kannst du dem Gedicht einen Titel geben. Und nun geht es los.
• Zeile 1: Ich … Beginne mit „Ich“ einen Satz, worin deine Kernaussage eingebaut ist.
• Zeile 2: Ich … Beginne mit „Ich“: Wo stehst du?
• Zeile 3: Ich … Beginne mit „Ich“: Was siehst du?
• Zeile 4: … Notiere, welcher Gedanke in Verbindung mit der Kernaussage auftaucht.
• Zeile 5: … Wiederhole Zeile 2.
• Zeile 6: … Wie ist deine gefühlsmäßige Reaktion auf Zeile 5? Was bedeutet sie für dich?
• Zeile 7: … Wiederhole Zeile 4.
• Zeile 8: … Wie ist dein Gefühl auf Zeile 7?
• Zeile 9: … Wiederhole Zeile 6.
• Zeile 10: … Wie ist dein Gefühl auf Zeile 9, was bedeutet es für dich zu tun?
• Zeile 11 … Wiederhole Zeile 8.
• Zeile 12: … Wie wirkt das auf dich?
• Zeile 13 … Wiederhole Zeile 10.
• Zeile 14: … Wie fühlt sich Zeile 13 an?
• Zeile 15: … Wiederhole Zeile 12.
• Zeile 16: … Was ist deine Antwort auf Zeile 15?
• Zeile 17: … Wiederhole Zeile 14.
• Zeile 18: … Wiederhole Zeile 3.
• Zeile 19 … Wiederhole Zeile 16.
• Zeile 20: … Wiederhole Zeile 1.

Nun lies alles zusammen in Ruhe durch. Lass es auf dich wirken. Wenn es in dir etwas in Bewegung bringt und du möchtest mehr verstehen, schreibe einfach noch eines.

Viel Vergnügen im Erforschen deiner Selbst.